Wenn von Kreativität die Rede ist, ist damit meistens eine Begabung im Bereich der bildenden Künste, der Literatur oder der Musik gemeint. Eine frühkindliche Förderung von Kreativität in dieser Hinsicht ist wertvoll und notwendig, doch erstreckt sich der Begriff Kreativität über diese künstlerischen Bereiche hinaus weit in den Alltag und das praktische Leben hinein.

Kreativität ist erforderlich, wenn es darum geht, einen Tisch schön zu decken, jemandem ein Geschenk zu machen, Arbeiten für die Schule zu erstellen, Projekte in der Arbeit zu entwickeln. Mit Kreativität lässt sich fast jedes Problem leichter lösen.

Deswegen ist es für Kinder wichtig, dass ihre Kreativität von Anfang an, natürlich spielerisch, trainiert wird. Insbesondere Kinderkrippen, wo Kinder mit viel mehr verschiedenen Situationen konfrontiert werden als zuhause, sind dazu ein idealer Ort.

Malen, gestalten, basteln mit Kindern – Kunst und Kreativität fördern in der Kinderkrippe

Malen, basteln und gestalten fällt Kindern im Krippenalter in der Regel leichter als in anderen Kunstbereichen, etwa Literatur und Musik, kreativ zu werden. Einige Kinder können sich sicherlich Geschichten ausdenken oder erste kleine Melodien auf Instrumenten entwickeln, doch den meisten Kindern im Vorkindergartenalter wird das noch schwer fallen. Erste Bilder malen Kinder meistens jedoch schon sehr früh und der erste Kontakt mit Materialien, die sie anfassen und formen können, muss nicht gleich in großen Kunstwerken resultieren. Schon Papier zerreißen oder verknüllen, mit Sand oder mit Knetmasse spielen gibt den Kindern ein Gefühl für das Material, bringt sie auf Ideen und fördert so ihre Kreativität.

Deswegen hat so gut wie jede Kinderkrippe gestalterische Materialien wie Malutensilien, Knetmasse, Papier, Stoff, Filz und Sandkästen. Besonders feine Materialien jedoch, etwa Steinchen oder Perlen, werden die meisten Kinderkrippen nicht haben, da die Gefahr besteht, dass Kinder diese verschlucken und daran ersticken.

Bei der Förderung der Kreativität geht es weniger darum, was zur Verfügung steht, als vielmehr darum, wie die Pädagogen die Kinder zum Kreativsein motivieren. Kinder müssen für ihre Werke gelobt werden, sie müssen merken, dass die Erwachsenen ihnen Aufmerksamkeit schenken und sich mit ihnen beschäftigen. Anstatt ihre Bilder in Zweifel zu ziehen („Was soll das denn sein?“), muss liebevoll auf sie eingegangen werden („Die Sonne hat aber ein schönes Gesicht!“). Das werden geschulte Kindererzieher in der Regel, wenn die Kinderkrippe nicht gerade maßlos überfüllt und das Personal überlastet ist, in der Regel tun.

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Kreativitätskinderkrippen mit ausgebildeten Kreativitätspädagogen

Einige Kinderkrippen zeichnen sich speziell als Kreativitätskinderkrippen aus. Mit der Hilfe von ausgebildeten Kreativitätspädagogen legen diese Krippen ihren Fokus auf das Fördern von Kreativität bei Kleinkindern. Während sie in so gut wie jeder Krippe die Möglichkeit haben, beim Spielen, Malen und Basteln ihre eigenen Ideen zu entwickeln und umzusetzen, werden sie hier explizit mit spezifischen Methoden und Angeboten gefördert.

Neben musikalischem, bildkünstlerischem und sprachlichem Gestalten bieten Kreativitätskinderkrippen beispielsweise auch darstellendes Spiel, Strategiespiele, Interaktionsspiele sowie einen Umgang mit digitalen Medien an. Komplexe Angebote wie diese mögen viele Eltern abschrecken und in vielen Fällen kann dies sogar berechtigt sein, da
Kleinkinder von zu viel Kreativitätsförderung leicht überfordert werden können.

Kreativitätskinderkrippen sollten dann eine Überlegung wert sein, wenn die Kinder schon etwas älter, etwa kurz vor dem Kindergartenalter sind, und insbesondere dann, wenn Eltern merken, dass sich ihre Kinder schneller entwickeln als andere Kinder. Erst wenn Kinder die an sie gestellten Anforderungen verstehen, können sie Freude bei der Umsetzung verspüren und erst dann wird ihre Kreativität effektiv gefördert.

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Neue Situationen ausprobieren – Kreativität fördern bei Kindern für das Alltagsleben

Nicht nur im künstlerischen Bereich ist Kreativität erforderlich, auch im Alltag müssen Menschen dauernd kreativ sein, um ihr Leben meistern zu können. Dementsprechend sollten Kinder in der Kinderkrippe auch mit ganz normalen Alltagssituationen konfrontiert werden und es sollten ihnen Fähigkeiten vermittelt werden, die sie im Alltag benötigen werden.

Dies lernen Kinder insbesondere im Spiel, in Rollenspielen oder beim Spielen mit Puppen simulieren Kinder Situationen, die sie aus ihrer Familie kennen und versetzen sich in Situationen hinein, die sie noch nicht betreffen. Meist brauchen Kinder dafür nur sich selbst, freie Spielzeit und einige Spielkameraden. Nebenbei üben sie sich hier im Umgang mit anderen Menschen.

Ebenso lernen Kinder ganz automatisch durch die Konfrontation mit anderen Kindern und Erziehern das Ausdrücken von Gefühlen, das Erzählen von Geschichten oder das Lösen von Problemen. Hier sollten Kinder zwar von den Erziehern unterstützt und motiviert werden, aber es ist nicht notwendig, ihnen jeden Schritt zu weisen, denn das bewirkt eher das Gegenteil.

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