Prinzipiell ist studieren mit Kind für Frauen eine große Herausforderung, allein schon deswegen, weil sowohl das Studium als auch das Kind eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Professoren und Dozenten zeigen sich immerhin häufig kooperativ und geben gestressten Müttern längere Fristen zum Verfassen von Hausarbeiten, in manchen schwerwiegenden Fällen ist oft auch das Nachschreiben von Prüfungen zu einem anderen Termin möglich (etwa dann, wenn das Kind während der Prüfungszeit erkrankt ist).

Wer einen festen Partner mit gutem Einkommen und die Möglichkeit hat, sein Kind während der Seminars- und Vorlesungszeit beim Partner oder den Großeltern zu lassen, wird bei seinem Studium mit Kind schon stark entlastet. Doch häufig sind diese Möglichkeiten nicht gegeben, und am schwersten haben es alleinerziehende Mütter, deren eigene Eltern in einer anderen Stadt leben oder aus anderen Gründen nicht auf das Kind aufpassen können.

Um das Studium mit Kind durchführen zu können, ist eine Kinderbetreuung für studentische Mütter unerlässlich, doch da Studentinnen kein oder nur sehr wenig Geld verdienen (denn ein zeitintensiver Nebenjob ist, zusätzlich zu Studium und Kind, kaum realisierbar), ist es oft das größere Problem, den Platz in der Kinderkrippe zu finanzieren als einen zu bekommen.

Keine Produkte gefunden.

Campus-Kinderkrippen: Günstig und in Uninähe

Um es jungen Müttern zu erleichtern, ihr Studium und ihr Kind unter einen Hut zu bekommen, gibt es in der Regel an jeder Universität sogenannte Campus-Kinderkrippen, organisiert und mitfinanziert von den Studentenwerken. Diese befinden sich, wie der Name schon sagt, direkt am Campus. Mütter können ihre Kinder so kurz vor Beginn einer Veranstaltung dort abgeben und direkt danach wieder abholen, ohne größere Strecken auf sich nehmen zu müssen. Außerdem sind die Campus-Kinderkrippen oft deutlich günstiger als normale Kinderkrippen und haben ein anderes Zahlsystem: Hier wird kein monatlicher Betrag verlangt, sondern stundenweise abgerechnet.

Die Öffnungszeiten orientieren sich meistens am Vorlesungsverzeichnis, das bedeutet: In den meisten Universitäten finden von 8 bis 20 Uhr Veranstaltungen statt, ebenso sind die Kinderkrippen von 8 bis 20 Uhr geöffnet, doch sie sind darauf ausgerichtet, dass ein Kind nur wenige Stunden dort bleibt, denn die Krippen sind oft klein und bieten nur für wenige Kinder gleichzeitig Platz. Hat also eine Mutter eine Lücke zwischen ihren Veranstaltungen, wäre es von Vorteil, wenn sie ihr Kind für diese Zeit abholen kann. Natürlich muss das nicht sein, wenn sie in der Zeit Einkäufe oder Termine erledigen muss.

Keine Produkte gefunden.

Die genauen Bedingungen für die Kinderbetreuung am Campus sind natürlich von Universität zu Universität unterschiedlich. In München an der LMU beispielsweise hat die Kinderkrippe „Campus-Kinder“ montags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr, freitags von 8 bis 17 Uhr geöffnet, und eine Stunde kostet für Studierende vier Euro. Auch Angestellte der LMU können ihre Kinder dort abgeben, dann jedoch für sechs Euro pro Stunde.

Ein spezielles Angebot hat die Research Academy Leipzig für ihre Doktorandinnen und Doktoranden: Sie können ihre Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren von einer von vier Tagesmüttern betreuen lassen. Für die Betreuung wurden, in räumlicher Nähe zueinander, eigens Wohnungen angemietet.

Oft gibt es auch universitäre Kinderbetreuung für ältere Kinder bis zu 10 Jahren abseits der normalen Kindergarten- oder Schulzeiten, denn Vorlesungen und Kurse finden am Nachmittag ebenso häufig statt wie am Vormittag. Eine andere, im Vergleich zu Kinderkrippen recht kostengünstige Alternative, sind Kinderhorte, wo Kinder im Alter bis zu 12 Jahren betreut werden. Sie bekommen ein Mittagessen, können spielen und erhalten bei Bedarf auch Hilfe bei den Hausaufgaben. Der Beitrag, den die Eltern für einen Kinderhort zahlen müssen, wird oft auch vom Einkommen abhängig gemacht.

Finanzierungshilfen für das Studium mit Kind

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Finanzierung der Kinderbetreuung für die Kinder von Studierenden ganz oder teilweise vom Jugendamt übernommen werden.

Dabei kommt es auf das Familieneinkommen an. Eine alleinerziehende Studentin also, die kein Einkommen hat, darf davon ausgehen, dass die Kosten für die Kinderbetreuung komplett übernommen werden. Sie muss jedoch nachweisen, dass sie selbst die Kinderbetreuung aufgrund ihres Studienplans nicht leisten kann und dass auch sonst niemand in ihrem Haushalt lebt, der die Betreuung des Kindes übernehmen könnte.

Wenn ein Einkommen vorhanden ist, etwa das eines Partners oder Ehemanns, der aufgrund seiner Arbeit die Kinderbetreuung nicht übernehmen kann, ist auch eine teilweise Übernahme der Kosten möglich, wenn das Einkommen eine bestimmte Grenze nicht übersteigt.

Eine weitere Möglichkeit der finanziellen Unterstützung für die Kinderbetreuung ist der BAföG Kinderbetreuungszuschlag, der als Vollzuschuss von bis 175 Euro gezahlt wird: Das bedeutet, dieses Geld muss später nicht mehr zurückgezahlt werden. Erhalten kann diesen Zuschuss, wer ein eigenes Kind unter zehn Jahren hat. Für jedes weitere Kind sind weitere Zuschüsse von 85 Euro möglich. Erziehen Mutter und Vater das Kind zusammen und erhalten beide BAföG, so müssen sie sich darauf einigen, wer der Förderungsempfänger sein soll, denn sie sind nicht gleichzeitig förderungsberechtigt.

Keine Produkte gefunden.

Wenn die studierenden Eltern gerade so viel verdienen, dass sie Steuern zahlen müssen, können sie die Kosten für die Kinderbetreuung von den Steuern absetzen. Das kann etwa dann der Fall sein, wenn eines von zwei verheirateten Elternteilen erwerbstätig ist. Der Höchstbetrag liegt bei 4000 Euro pro Kind.

Unabhängig vom Fokus auf die Kinderbetreuung gibt es noch weitere finanzielle Unterstützung, die vom Staat an die jungen Eltern erfolgt: Das Mutterschaftsgeld, das Elterngeld und natürlich das Kindergeld. Beziehen junge Eltern, ob Studenten oder nicht, diese Gelder nicht, sollten sie sich unbedingt darüber informieren, auf welche Fördergelder sie Anspruch haben.

Kinderfreundliche Universitäten: Kinder können ihre Eltern auch mal begleiten

Manchmal, etwa dann, wenn die Mutter am Tag nur eine einzige Veranstaltung besuchen muss, kann sie ihr Kind auch mit in die Uni nehmen. An allen Universitäten gibt es Wickelräume und Stillzimmer, für Notfälle sind sie also gerüstet.

In der Mensa gibt es für Kinder von Studentinnen und Studenten meist ein kostenloses Mittagessen, dazu ist es meistens nur nötig, eine Berechtigung für die Kinder ausstellen zu lassen.

In der Regel ist eine Veranstaltung nach 90 Minuten vorbei – eine Zeit, die ein Kind gewiss mal stillsitzen kann. Für Babys, die während der Vorlesung schlafen, sollte es ohnehin kein Problem sein.

Studieren mit Kind ist nicht leicht, doch mit der richtigen Unterstützung bei der Kinderbetreuung können engagierte Mütter diese harte Aufgabe bewältigen, ohne die Bedürfnisse ihres Kindes zu vernachlässigen.

Betriebliche Kinderbetreuung: Investition mit Vorteilen für alle Beteiligten

Der Wunsch von Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in den letzten Jahrzehnten in der westlichen Kultur immer wichtiger geworden. Die gesellschaftlichen Normen haben sich gewandelt, der Wunsch nach persönlicher Entfaltung des Individuums hat sich immer weiter durchgesetzt. Für viele Menschen gehören sowohl die Familiengründung als auch Erfüllung im Berufsleben zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit dazu. Auch Frauen, die vor einigen Generationen noch häufig zugunsten ihrer Familie auf die Ausübung, häufig sogar auf die Erlernung eines Berufs verzichtet haben, möchten heutzutage berufstätige Mutter sein, also sowohl privat als auch beruflich Erfüllung finden.

Nicht genug Plätze, schlechte Qualität und unpassende Öffnungszeiten: Probleme arbeitstätiger Eltern

Trotz der Tatsache, dass sich die Gesellschaft und staatliche und wirtschaftliche Strukturen immer weiter in eine Richtung entwickeln, die genau dies zulässt, sind junge Eltern, die arbeiten möchten, immer wieder mit Problemen konfrontiert.

Zwar haben alle Eltern laut eines Gesetzes, das am 31. Juli 2013 in Kraft getreten ist, das Recht auf einen Betreuungsplatz für jedes Kind zwischen einem und drei Jahren, doch faktisch ändert dieses Gesetz nichts daran, dass bundesweit in Kinderkrippen die Plätze fehlen. Des Weiteren nimmt angesichts dessen, dass die Kinder untergebracht werden, der Staat jedoch bei der Einstellung zusätzlichen Personals sehr zu sparen versucht, die Qualität der Kinderkrippen immer weiter ab.

Eltern überlegen es sich also lieber zwei Mal, ob sie ihr Kind einer überfüllten staatlichen Kinderkrippe anvertrauen möchten, wo ihre Kinder von viel zu wenigen, überarbeiteten und unterbezahlten Erziehern und Erzieherinnen betreut werden.

Abgesehen davon passen die Öffnungszeiten der Kinderkrippen oft nicht mit den Arbeitszeiten zusammen. Deswegen entscheiden sich viele Eltern dafür, lieber doch noch länger mit ihrem Wiedereinstieg in den Beruf zu warten oder weniger zu arbeiten als sie (und natürlich auch ihr Arbeitgeber) es gerne hätten.

Betriebliche Kindertagesstätte und weitere betrieblich unterstützte Kinderbetreuungsmöglichkeiten für eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf

Die Zeiten, dass Unternehmen die Betreuung der Kinder ihrer Angestellten in die Verantwortung des Staates legen, sind längst vorbei. Seit Jahren kümmern sich viele Unternehmen darum, ihre Mitarbeiter dabei zu unterstützen, einen Kinderkrippenplatz für ihre Kinder zu finden oder fördern die Kinderbetreuung durch interne betriebliche Kindertagesstätten. Das hat einen einfachen Grund: Studien haben in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass Eltern in Betrieben, die ihnen eine sichere Kinderbetreuung garantieren, motivierter und leistungsfähiger sind. Die Ausfallzeiten sind außerdem geringer, da sich die Betreuungszeiten auf die Arbeitszeiten abstimmen lassen und Eltern schneller wieder in ihren Beruf einsteigen können.

Außerdem haben Betriebe, die Kinderbetreuung anbieten, einen weiteren Vorteil: Sie erhalten staatliche Fördermittel in Höhe von 400 Euro pro Monat und geschaffenem Betreuungsplatz.

Deswegen sind es laut IHK-Unternehmensbarometer 2012 inzwischen fast 50 % aller deutschen Unternehmen, die Kinderbetreuung bei sich anbieten oder dementsprechende Pläne haben.

Ein gängiges Modell ist, dass Firmen den Bau von Kinderkrippen finanziell unterstützen und sich dann gewisse Kontingente an Belegplätzen finanzieren. Jedoch entscheiden sich auch viele Unternehmen dazu, interne Kinderbetreuung anzubieten, die verschiedener Art sein kann: Klassische Betriebs-Kinderkrippen gibt es schon seit vielen Jahren und sie sind immer öfter zu finden. Einige Firmen unterhalten auch Tagesmütter, die sich direkt im Unternehmensgebäude oder bei sich zuhause um die Kinder der Angestellten kümmern. Häufig bieten Firmen für ältere Kinder auch Schüler- und Ferienbetreuungskonzepte an, damit Schulkinder nachmittags oder in den Ferien nicht die ganze Zeit alleine daheim sein müssen, während ihre Eltern in der Arbeit sind. Immer häufiger werden auch kooperative Notfallbetreuungen, in deren Rahmen sich mehrere Unternehmen zusammenschließen und die Kinder der Mitarbeiter ihrer Kooperationsfirmen betreuen, wenn dies im Betrieb selbst nicht möglich ist.

Doch auch wenn es keine interne Kinderbetreuung im Unternehmen gibt, haben Mitarbeiter eine Möglichkeit, sich von ihrem Arbeitgeber unterstützen zu lassen: Sie können einen Betreuungszuschuss beantragen. Um diesen bewilligt zu bekommen, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein: Das Kind muss noch nicht schulpflichtig beziehungsweise noch keine sechs Jahre alt sein und muss außerhalb des eigenen Haushalts betreut werden, also in einer Kinderkrippe, bei einer Tagesmutter oder im Kindergarten. Wenn die Tagesmutter sich im elterlichen Haushalt aufhält, ist ein Zuschuss für die Kinderbetreuung nicht möglich.

Insgesamt ist die Lage im Bereich der betrieblichen Kinderbetreuung sehr gut. Laut einer Forsa-Umfrage sagten mehr als die Hälfte der arbeitenden Eltern dass ihr Arbeitgeber sie dabei unterstützt, Kind und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Knapp ein Drittel wünscht sich der Umfrage zufolge aber auch, dass ihr Arbeitgeber mehr tut.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*