In einer Kinderkrippe werden Kinder oft zum ersten Mal mit anderen, fremden Kindern und fremden Erwachsenen konfrontiert. Für kleine Einzelkinder, die noch nicht mit ihren Eltern auf den Spielplatz gehen, ist es manchmal sogar der allererste Kontakt mit anderen Kindern.
Es ist also nicht bestreitbar, dass die Kinderkrippe hier eine sinnvolle Funktion erfüllt: Sie konfrontiert ein Kind damit, dass es auch andere Kinder gibt, bringt ihm den Umgang mit Mitmenschen bei und weckt oder stärkt in ihm ein soziales Bewusstsein.
Soziale Entwicklung bei Kindern – Soziales Gefühl für Mitmenschen muss sich erst entwickeln
Ein Gespür für Andere muss ein Kind erst entwickeln. Es hat wenig damit zu tun, ob ein Kind Kontakt zu anderen Kindern hat oder nicht, denn es ist entwicklungsbedingt zuerst damit beschäftigt, sich selbst kennenzulernen. Kinder lernen Gefühle kennen, erfahren, was ihnen Freude macht und was sie traurig macht, doch erst nach einigen Jahren verstehen sie, dass andere Kinder genauso empfinden können. Häufig wird das Alter, in dem dies einem Kind bewusst wird, zwischen vier und fünf Jahren angesetzt. In diesem Alter ist ein Kind bereits im Kindergarten.
Eltern könnten sich nun die Frage stellen, ob eine Kinderkrippe für die Förderung des Sozialverhaltens überhaupt sinnvoll ist oder ob sie dadurch, dass die unter Dreijährigen entwicklungsbedingt nur an ihre eigenen Bedürfnisse denken, nicht sogar negative Folgen haben kann, weil sich die Kinder gegenüber einander schlecht und egoistisch benehmen.
Jedoch ist zu beobachten, dass Kinder durchaus bestimmte Verhaltensweisen lernen oder vermeiden können, weil sie merken, dass dies von ihnen erwartet wird oder weil sie infolgedessen belohnt werden, ohne dass sie wirklich wissen, warum es gut ist, so zu handeln.
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Verhaltensregeln in der Kinderkrippe: Kindern Sozialverhalten beibringen
Häufig besteht in Kinderkrippen die feste Regel, dass nichts mitgebracht werden darf, was nur das Kind selbst verwenden darf. Wer Spielsachen von zuhause mitbringt, muss auch andere Kinder bei Bedarf damit spielen lassen und wer Süßigkeiten mitbringt, muss so viele mitbringen, dass es auch für die anderen Kinder in der Gruppe reicht.
Sich daran zu halten liegt oft in der Hand der Eltern, doch auch Kinder merken schnell, dass Teilen einen positiven Effekt hat. So sind etwa Kinder, die häufig Bonbons verteilen, beliebt und werden gerne in Spiele integriert. Letztendlich handelt es sich noch nicht um ehrliche Sympathie wie es im Erwachsenenleben der Fall sein wird, doch auf jeden Fall lernen Kinder auf diese Weise schon, dass es sich auszahlt, Mitmenschen zu berücksichtigen.
Verhalten, das anderen Kindern körperlich oder seelisch schadet, etwa Geschrei oder Raufereien, sind verboten. Verhalten sich Kinder dennoch auf solche Weise, schreiten die Pädagogen in der Regel ein.
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Verschiedene Altersklassen: Ideale Möglichkeit für Sozialverhalten bei Kindern
Im Gegensatz zum Kindergarten und zur Schule, wo Kinder desselben Alters in Gruppen und Klassen zusammengefasst sind und ihre Kontakte dementsprechend meist nur innerhalb ihrer Gruppe oder Klasse zu Gleichaltrigen knüpfen, kann der Altersunterschied zwischen Krippenkindern innerhalb einer Gruppe recht groß sein. Hier haben Kinder, insbesondere Einzelkinder, die Möglichkeit zu erfahren, wie viel Altersunterschiede ausmachen, und Rücksicht auf Jüngere und darauf zu nehmen, dass ihre Fähigkeiten noch nicht so weit ausgeprägt sind wie die Eigenen. Auch werden Kindern so viele Möglichkeiten zum Helfen geboten, die es im Kindergarten oder in der Schule so nicht mehr gibt, etwa dann, wenn kleinere Kinder nicht an ein Spielzeug herankommen oder Hilfe beim Aufheben von Spielzeug brauchen. Zwar verstehen Kinder nicht, warum sie hier helfen sollten, doch durch Anregung und Lob der Erzieherinnen werden sie lernen, dass es eine gute Verhaltensweise ist.
Andere Kinder und kompetente Pädagogen in der Kinderkrippe
Viele Eltern haben Angst, dass ihre Kinder in der Krippe negativ von anderen Kindern beeinflusst werden. Wenn Kinder damit beginnen, andere Kinder wahrzunehmen, orientieren sie sich auch an diesen und übernehmen teilweise Verhaltensweisen. Zwar ist dies im Kindergarten öfter der Fall, da hier das Gefühl und die Neugier für Andere stärker ausgeprägt ist, doch auch schon in der Kinderkrippe können Kinder voneinander beeinflusst werden. In der Regel ist dies jedoch kein Grund zur Sorge, denn hauptsächlich erziehen Eltern ihre Kinder und wenn diese es schaffen, ihrem Kind die richtigen Verhaltensweisen zu vermitteln, werden schlechte Einflüsse von anderen Kindern keine tiefgreifenden Wirkungen auf sie haben.
Es ist nicht möglich, das eigene Kind von anderen Kindern fernzuhalten. Eltern können den Kontakt zwischen ihren Kindern und anderen Kindern, die diese ihrer Meinung nach schlecht beeinflussen, auf privater Ebene einschränken, doch in der Kinderkrippe können sie nicht von den Erziehern verlangen, die Kinder voneinander fernzuhalten. Dies ist nicht nur nicht durchführbar, sondern auch ungerecht dem vermeintlichen Problemkind gegenüber, denn auch dieses Kind muss die Möglichkeit zur sozialen Interaktion und dazu, von anderen Kindern positiv beeinflusst zu werden, erhalten.
In einer Kinderkrippe lernen Kinder ganz automatisch den Umgang mit anderen Kindern, wobei kompetente Vermittler in Form von geschulten, aufmerksamen und bemühten Erziehern natürlich wichtig sind, um schlimmere Konflikte zu vermeiden und das gute Verhalten von Kindern anzuerkennen. Außerdem sind auch spezielle von den Erziehern initiierte Interaktionsspiele und Kooperationsspiele, die gezielt bestimmte Verhaltensweisen fördern sollen, wertvoll, um den Kindern spielerisch zu vermitteln, welches Verhalten in welcher Situation angemessen ist.
Da Kinder häufig Geschwister haben, auf dem Spielplatz anderen Kindern begegnen und spätestens im Kindergarten und dann in der Schule ebenfalls Sozialverhalten lernen, ist der Besuch einer Kinderkrippe keinesfalls unabdingbar zur Förderung des Sozialverhaltens, doch die ersten Erfahrungen, die Kinder dort machen, sind in den meisten Fällen auf jeden Fall sinnvoll.
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