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In den ersten Lebensjahren wird die Basis der Ernährungsgewohnheiten gelegt. Was ein Kind in welchen Mengen bekommt, welches Essverhalten ihm beigebracht wird und welches Gefühl ihm dabei vermittelt wird, prägt sein Essverhalten nachhaltig. Findet in den ersten Jahren keine oder eine falsche Ernährungserziehung statt, kann das die Ernährung eines Menschen ein Leben lang prägen und zu Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht führen, die im Erwachsenenalter nur schwer in den Griff zu bekommen sind.

Eltern haben also, was die Ernährung ihrer Kinder betrifft, ein hohes Maß an Verantwortung. Doch gegenüber Kindern, die viel Zeit in Kinderkrippen verbringen, trägt auch das Personal dieser Einrichtungen große Verantwortung für eine gesunde Ernährung und ein positives Verhältnis der Kinder zu ihrem Essen.

Ernährungskonzepte, Bildung der Erzieherinnen und Qualitätszertifizierungen

Es gibt die Ernährung betreffend keine verbindlichen Vorgaben für Kinderkrippen, doch von sich aus weisen viele Kinderkrippen bereits auf ihrer Webseite darauf hin, dass Ernährung in ihren Einrichtungen eine wichtige Rolle spielt und sie sich an Erkenntnissen der Ernährungsforschung und an Ernährungskonzepten wie einer optimierten Mischkost orientieren. Dieses Konzept beinhaltet Regeln über die optimale Menge unterschiedlicher Nahrungsmittel, legt Wert auf Ausgewogenheit und vermeidet Verbote. Somit sind sich die meisten Kinderkrippen der Basis, die sie bei der Ernährung der Kinder legen müssen, bewusst.

In der Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin ist Ernährung auch immer als eigenes Fach enthalten oder wird in anderen Fächern wie Hauswirtschaft oder Gesundheit mitbehandelt.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) unterstützt eine gesunde Ernährung und effektive Ernährungserziehung in Kinderkrippen durch Studien, Kampagnen und praxisorientierte Hilfestellungen. So bietet das BMELV Pläne und Tipps zur Auswahl der Nahrungsmittel, zur Planung und Zubereitung der Mahlzeiten, zum Umgang mit Süßigkeiten und Allergenen, zur Hygiene beim Zubereiten und Essen und zu den Rahmenbedingungen der Mahlzeiten, etwa zu Essenszeiten und der Gestaltung von Speisesälen.

Außerdem zeichnet das BMELV Kinderkrippen, die ausgewählte Kriterien im Bereich der Ernährung ihrer Kinder erfüllen, mit der FIT KID-Zertifizierung aus. Die Kinderkrippen müssen dazu bestimmte Kriterien in den Bereichen Lebensmittelauswahl und Speiseplan zur Mittagsverpflegung, Planung und Herstellung der Mahlzeiten und angenehme Rahmenbedingungen wie Essenszeiten und -atmosphäre erfüllen.

Gemeinsame Mahlzeiten strukturieren den Tag

Manche Kinderkrippen übernehmen die Ernährung ihrer Kinder vollständig, andere sorgen nur für einige Mahlzeiten, während andere von den Eltern mitgegeben werden müssen. Gängig ist etwa, dass Eltern ihren Kindern selbst ein Frühstück und eventuell einige Zwischensnacks mitgeben, während das Mittagsessen von der Krippe gestellt wird.

Manchmal können die Eltern auch auswählen, ob sie ihr Kind vollständig von der Kinderkrippe versorgen lassen oder für einen Teil der Mahlzeiten selbst sorgen und so jedoch einen niedrigeren Essensbeitrag zahlen.

In der Regel werden in Kinderkrippen alle Mahlzeiten gemeinsam und stets zur selben Tageszeit eingenommen, um die Tage der Kinder zu strukturieren. Die Erzieherinnen passen sich hier den Essensplänen an und essen zur gleichen Zeit wie die Kinder dieselben Lebensmittel, die auch den Kindern vorgesetzt werden. Je nach ihren Öffnungszeiten bieten Kinderkrippen drei bis fünf Mahlzeiten an.

Zwar werden die Mahlzeiten, die von den Kinderkrippen gestellt werden, dem Kind weitgehend vorgeschrieben, jedoch wird für gewöhnlich aber auch Rücksicht auf das Kind genommen. Beim Anmeldungsgespräch tauscht sich eine Erzieherin mit der Mutter über Essgewohnheiten, Allergien, Abneigungen oder religiöse Hintergründe aus.

Einige Kinderkrippen betonen auf ihren Webseiten einen ganz besonders sorgfältigen und fördernden Umgang mit Ernährung und weisen darauf hin, dass sie gemeinsam mit den Kindern einkaufen gehen und Mahlzeiten zubereiten oder in unterschiedlichen Umgebungen essen, im Sommer zum Beispiel im Garten picknicken.

Kinderkrippen, die ausschließlich oder hauptsächlich Bioprodukte verwenden oder ihre Lebensmittel sogar selber anbauen, stellen das auf ihren Webseiten meist gesondert hervor.

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